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Verschwendung vermeiden– Wertschöpfung steigern


Mit der Leanphilosophie soll ein optimales Gleichgewicht von Produktivität, Flexibilität und Qualität erreicht werden. Die Aspekte einer schlanken Produktion sind: die Beseitigung von Verschwendung und Störung, die Standardisierung von Abläufen, die  Senkung der Durchlaufzeiten, ein optimaler Materialfluss, die  Verbesserung von Ergonomie und Arbeitssicherheit und Effizienzsteigerung durch die Einhaltung hoher Qualitätsanforderungen.

 

Bei der schlanken Produktion sind Sauberkeit und Ordnung die Grundlagen für fehlerfreies Arbeiten. In der Beratung wird unter anderem eine „5-S-Aktion" eingesetzt: Sortiere aus, Stelle hin, Säubere, Sinn für Ordnung und Selbstdisziplin. Indem Unternehmen Verschwendung vermeiden, können sie eine erhöhte Wertschöpfung erreichen. Durch die standardisierte Arbeit wird Qualität erzeugt und nicht „erprüft". Die Lean-Initiative der Handwerkskammer Münster baut auf zwei Bausteinen auf: Zuerst kommt der kostenlose Lean-Check. Wer sich dann weiter mit dem Thema befassen möchte, kann das finanziell geförderte Lean-Initialprojekt für firmenspezifische Handlungsfelder umsetzen. Eine Komplett-Beratung dauert etwa drei Monate. Themen sind dabei beispielsweise die Optimierung von Fertigungsprozessen, Materialeinsatz, Logistik und Lagerhaltung.

 

Bislang haben sich rund 50 Betriebe über das Projekt der Handwerkskammer beraten lassen. 23 setzten das Konzept schrittweise um. Zu ihnen gehören die Lengericher Unternehmen BSL Willering Metallverarbeitung (15 Mitarbeiter) und dkon systeme (Metall- und Maschinenbau, 65 Mitarbeiter). Beide erhielten zunächst eine Beratung über „Lean Manufacturing". Im Lean-Check wurden Stärken, Schwächen und Potenziale im Produktionsprozess analysiert und dann ein Projekt definiert, das den höchsten Nutzen versprach. 

 

Die BSL Willering Metallverarbeitung  suchte sich die Reorganisation des Auftrags- und Fertigungsflusses nach den Prinzipien der schlanken Fertigung aus. Die Mitarbeiter prüften jedes Werkzeug, ob es für die Produktion tatsächlich gebraucht wurde. Alles, was nicht notwendig war oder nicht in den Werkstattbereich gehörte, wurde beseitigt. „Unsere Halle wirkt seitdem viel offener und freier. Wir haben jetzt mehr Flächen zur Verfügung, um Arbeitsmaterial  nah am Werkplatz bereitzustellen und neue Maschinen aufzustellen",  betont Geschäftsführer Ingo Willering. 

 

Für das Unternehmen dkon systeme kristallisierte sich der größte Handlungsbedarf bei der Abkantpresse heraus. Ziel war, hier die Arbeit produktiver zu gestalten. „Zeitfresser" wurden beseitigt, etwa vermeidbare Laufwege und nicht-optimale Rüstarbeiten. Das Bewusstsein der Mitarbeiter für Arbeitsprozesse wurde geschärft. „Das machte sich auch in Zahlen des Controllings bemerkbar, freut sich dkon-Geschäftsführer Ralf Miethe, und er ergänzt:   „Wir haben nicht nur Arbeitszeit und Materialeinsatz in die schlanke Produktion einbezogen, sondern auch gelernt, weniger verschwenderisch mit dem Engagement der Mitarbeiter umzugehen". dkon wird als nächstes daran gehen, Abläufe am Laserschneider und in der Schlosserei, aber auch in der Geschäftsführung und Verwaltung zu optimieren.

 

Metall- und Maschinenbaubetriebe sowie Zulieferer, die sich für „Lean Manufactoring" interessieren, können sich bei der Handwerkskammer Münster an Mario Heinemann wenden, Tel.: 0251/ 5203-206.


Galerie

Arbeitsplatz vor dem Lean-Projekt „Werkplatzgestaltung“
Arbeitsplatz nach dem Lean-Projekt „Werkplatzgestaltung“
 

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